Montag, 28. September 2009

Sonderausstellung in Frankfurt - Safari zum Urmenschen


Eine Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Menschheit auf 1.000 Quadratmetern

Die Geschichte der Menschheit entdecken, erforschen, erleben
Safari bedeutet auf Swahili „Reise“ – und auf eine ganz besondere Reise möchte Senckenberg Sie ab dem 9. Oktober 2009 in die früheste Vergangenheit des Menschen mitnehmen. In der Ausstellung „Safari zum Urmenschen“ begeben Sie sich auf zwei barrierefreie Reiserouten. Die erste Route führt zu den Ausgrabungsstätten in Afrika, wo Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts die Ursprünge der Menschheit erforschen. Von dort aus geht es weiter auf eine Zeitreise, die vor sieben Millionen Jahren mit dem Sahelanthropus beginnt und über viele Stationen beim heutigen Menschen, dem Homo sapiens endet.

Mitdenken macht Spaß
Auf seiner ersten Reiseroute wird sowohl der neueste Stand der Forschung vorgestellt, als auch die Arbeit der Wissenschaftler anschaulich vermittelt. Die aktuellen Projekte der Senckenberg-Forscher können direkt miterlebt werden. ...

Es wird Schritt für Schritt das wissenschaftliche Vorgehen bis hin zu den Schlussfolgerungen unmittelbar nachvollziehbar gemacht. Damit ist die Ausstellung ein Erlebnis für jung und alt, Familien, Schulklassen und Experten.

Forschung live erleben
Afrika ist höchstwahrscheinlich die Wiege der Menschheit. Hier wurden die ältesten Überreste unserer Vorfahren gefunden. Eine authentisch inszenierte, begehbare Ausgrabungsstätte stellt den Arbeitsalltag der Urmenschenforscher nach. Mit Hilfe von interaktiven Informationseinheiten wird erklärt, wie Fundgebiete ausfindig gemacht und Fossilien entdeckt werden, was man bei der Ausgrabung und Bergung beachten muss, wie Daten aufgenommen und dokumentiert werden, wie man die Funde verpackt und sicher ins Forschungslabor transportiert.
Unseren Forschern bei der Arbeit über die Schulter geschaut.
Die wissenschaftliche Bearbeitung der Fossilien erfolgt in den Laboren des Senckenberg Forschungsinstituts. An verschiedenen Stationen erfahren Sie, wie Wissenschaftler Daten gewinnen und daraus ihre Schlüsse ziehen. Von Präparationsverfahren bis hin zu modernen Methoden wie der Auswertung von Satellitenfotos, Computertomografie und Datierungsverfahren werden Sie in den Alltag der Wissenschaftler eingeführt. An einer der Stationen können Sie einen hochmodernen 3D-Oberflächenscanner selbst bedienen und mit diesem ein Fundstück digital verarbeiten.

Meilensteine der Evolution des Menschen zum Anfassen
Auf der anschließenden Zeitreise werden die wichtigsten Stationen der frühen Menschheitsgeschichte in chronologischer Reihenfolge dargestellt: die Entstehung des aufrechten Ganges, die Entwicklung von Werkzeugen, die Evolution des Gehirns, die Feuernutzung, die geographische Verbreitung der Menschen sowie die Entwicklung von Sprache und Kultur. Hierbei werden spektakuläre Funde, originalgetreue Abgüsse und weitere Exponate zu sehen sein, wie z.B. die mit 400.000 Jahren ältesten Speere.

Die Ahnengalerie des Homo sapiens
Ein zentrales Element der Ausstellung ist die Ahnengalerie. Der heutige Mensch steht menschlichen Vor- und Frühformen von Angesicht zu Angesicht gegenüber, schaut Sahelanthropus, Australopithecus, Paranthropus oder Homo neanderthalensis ins Gesicht. Auf der Basis von Originalfunden aus Afrika, Asien und Europa sind 27 Kopfmodelle entstanden. Nicht idealtypisch, sondern individuell wurden die verschiedenen Menschenarten nach rechtsmedizinischen Methoden rekonstruiert. Jedes Individuum erzählt seine Geschichte: wo es lebte, wovon es sich ernährte, woran es vermutlich starb und vieles mehr.

Kronjuwelen der Wissenschaft in der Schatzkammer
Die fossilen Funde menschlicher Vorfahren sind extrem selten. Diese Stücke sind so wertvoll, dass die Museen der Welt grundsätzlich nur in Ausnahmefällen und dann auch nur für kurze Zeit Originale ausstellen. In der „Schatzkammer“ des Senckenberg Naturmuseums werden während der Laufzeit der Sonderausstellung nacheinander einige dieser „Kronjuwelen“ gezeigt. Darunter ist das Original eines 1991 gefundenen 2,5 Millionen Jahre alten Unterkiefers eines Homo rudolfensis, des geologisch ältesten Fundstückes der Gattung Homo. Zu sehen sind auch 1,7 Millionen Jahre alte Originalfossilien von Homo erectus aus Java, die zu den ältesten Homininen außerhalb Afrikas gehören, sowie der erste Fund des riesigen Giganthopithecus, ein Backenzahn. Sie dürfen auch gespannt sein auf das Original der 47 Millionen Jahre alten „Ida“ (Darwinius masillae) aus der Grube Messel.

Anfassen erwünscht
Zahlreiche Exponate können berührt werden, was die Ausstellung auch für Blinde besonders attraktiv macht. Unterstützt wird dies durch Texte in Blindenschrift und die Möglichkeit, einen Audioguide in deutscher und englischer Sprache zu nutzen.

Begleitprogramm
Während der Zeit der Sonderausstellung gibt es ein reichhaltiges Begleitprogramm. Dazu gehören Diskussionen und Vorträge von Experten aus aller Welt, ein spezielles Kinderprogramm, Führungen, ein Blick hinter die Kulissen und vieles mehr.

Mehr Informationen finden Sie unter www.urmensch.senckenberg.de