Samstag, 17. Oktober 2009

Salam.Orient - Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen

Auf eine Reise vom Norden Afrikas über den Vorderen Orient bis zum indischen Subkontinent und zu österreichisch-orientalische Klangwelten entführt das Festival sein Publikum in Wien und Graz.
Auf dem Programm stehen noch bis zum 5. November zahlreiche Höhepunkte.

Festivalinitiator und –leiter ist Norbert Ehrlich, der mit Salam.Orient den Facettenreichtum und die Vielfalt orientalischer, auch islamischer kultureller Ausdrucksformen zeigen will. Er will unter anderem zum Dialog und zum wechselseitigen Verständnis anregen.
Gespielt wird erstmals in verschiedenen Veranstaltungsstätten in Wien und in Graz.

Ein Festival-Schwerpunkt ist musikalischen Ausdrucksformen aus Nordafrika gewidmet: Der aus Tunis stammende Oud-Virtuose Anouar Brahem verknüpft lokale arabische Traditionen mit zeitgenössischer Musik, um auf diese Weise die Vision einer Musik jenseits nostalgisch-folkloristischer Orientalismen zu entwerfen.

Mit den Musikern von Tinariwen, Tuareg aus Mali, bringt Salam.Orient wieder die „Rolling Stones der Sahara“ nach Wien. Akim El Sikameya gilt als DIE neue Stimme der arabo-andalusischen Musik, die er virtuos mit Flamenco, Jazz, Roma-, keltischer und brasilianischer Musik kombiniert.


Von Nordafrika spannt sich der Bogen in den vorderen Orient, nach Palästina und Syrien. Mit "Fragments of Palastine" präsentieren die SchauspielschülerInnen des Freedom Theatre des palästinensischen Flüchtlingslagers Jenin ein Stück, das von Unterdrückung, Hass und Verzweiflung, aber auch von Liebe und vom Glauben an eine bessere Zukunft erzählt.

Zwei Konzerte widmen sich dem indischen Subkontinent: Mit Dr. L. Submaramian steht der Paganini der klassischen indischen Musik auf dem Programm. Meisterhaft verbindet er Jazz, World und Global Fusion mit europäischer Klassik. Kiran Ahluwalia stellt mit ihren Kompositionen und Arrangements das Genre der Ghazals " eine persische Gedichtform des 13. Jahrhunderts " in einen zeitgenössischen Kontext.
Orientalischer Musik aus Österreich wird ebenfalls eine Bühne geboten: Özlem Bulut & Kehoa spielen in einer bunten, teils eklektischen Mischung "The Best of..." der Herkunftsländer der Bandmitglieder: aus Bulgarien, Österreich und der Türkei. Karen Asatrians Ensemble Armenien Spirit agiert an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident, zwischen Gestern und Heute, zwischen traditionellem Hören und heutigem Musizieren.

Außerdem auf dem Programm stehen am 3. und 4. November jeweils ein Vortrag des Orientalisten, Philosophen und Theaterwissenschafters Navid Kermani, gebürtiger Iraner und deutscher Staatsbürger in Wien und Graz. Er wird über Identitäten in Orient und Okzident sprechen.

AKIM EL SIKAMEYA & BAND/PARIS-ORAN Die neue Stimme der arabo-andalusischen Musik
Akim El Sikameya, Sänger, Songwriter und Arrangeur, überzeugt als Geigenvirtuose ebenso wie als Sänger. Er kombiniert traditionelle arabisch-andalusische Musik mit Flamenco, Jazz, Roma-, keltischer und brasilianischer Musik. Begleitet wird er von einer sechsköpfigen Band mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Akkordeon, Saxophon, Trompete, Derbouka und Perkussionsinstrumenten. 2008 präsentierte er sein drittes Album "Un chouia d'amour" .
Sonntag, 25.10. 22.00h Veranstaltungsort: OST*Klub Kartenpreis: Euro 12,-


ANOUAR BRAHEM QUARTETT Der Meister der arabischen Laute aus Tunesien
Der aus Tunis stammende Oud-Virtuose und Komponist Anouar Brahem verbindet arabische Musik-Traditionen mit zeitgenössischer Musik sowie mit komplexen Improvisationen und entwirft auf diese Weise die Vision einer Musik jenseits nostalgischer Orientalismen. 1985 wurde er mit dem tunesischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet. Er arbeitete u.a. mit namhaften Jazzmusikern wie mit Jan Garbarek, Jean-Louis Matinier und Richard Galliano.
Mittwoch, 28.10. 21.00h In Kooperation mit Wiener Konzerthaus - im Rahmen von "world - Musik der Welt" Veranstaltungsort: Konzerthaus Kartenpreis: Euro 39/37/31/26/20/15,-.


Kadero El Hamdaoui & Vienna Rai Orchester featuring Otto Lechner (in GRAZ)
Die ursprünglich aus Algerien stammende Rai-Musik ist auch im Nachbarland Marokko längst heimisch. Aus der nordmarokkanischen Grenzstadt Oujda, heimliches Zentrum der Rai-Szene, stammt der Sänger Kadero. Der 1972 geborene Sänger feierte schon in jungen Jahren zu Hause erste Erfolge. Seit einigen Jahren lebt er in Österreich. Hier arbeitet er vor allem mit Jazz-Größen, u.a. auch mit Joe Zawinul. Mit dem Akkordeon-Superstar Otto Lechner gründete er das Vienna Rai Orchester.
Mittwoch, 28. 10. 19h30 Veranstaltungsort: Orpheum/Spielstätten Graz Kartenpreis: Euro 20/10,-


HAFLA - EIN ORIENTALISCHES FEST mit Musik, Tanz und kurdischer Küche
Live-Musik und Tanz gehören im Orient ebenso zu jedem gelungenen Fest wie orientalische Köstlichkeiten und ausgelassene Stimmung. Auf dem Programm der Hafla, inzwischen fixer Bestandteil von Salam.Orient, steht ein ethnischer Mix aus Tanz und Musik. Brigitte Ferchichi befasst sich seit 20 Jahren mit orientalischem Tanz, der im arabischen Raum Raqs Sharqi genannt wird. Herzstück sind die Tänze Ägyptens, die sie unvergleichlich weich und fließend interpretiert. Amoura Latif, Tänzerin und Lehrerin für orientalischen Tanz im Studio Chiftetelli, interpretiert die Musik mit jeder ihrer gekonnten Bewegungen. Die Live-Band rund um Abdou Mansour (Percussion, Gesang) führt durch die Performance.
Samstag, 31.10. 20.00h Veranstaltungsort: Restaurant Dionysos Kartenpreis: Euro 16,-


TINARIWEN
Der Bandname Tinariwen bedeutet so viel wie "Leerer Ort" in Referenz an den Lebensraum der Wüste. Die 'Rolling Stones der Sahara' genannte Gruppe von Tuareg aus dem Norden Malis, machen Rebel Music im wahrsten Sinne des Wortes: Auf ihren Fender-Gitarren spielen Tinariwen den Desert Blues, der von der Einsamkeit, vom Verlust der Kameraden im Kampf, vom Leben im Exil und der Enttäuschung nach der Rückkehr erzählt. Über allem steht der ungebrochene Wunsch nach Autarkie und Freiheit. Das US-Musikmagazin Rolling Stone wählte im Rahmen der Best-of-Rock-2008-Auszeichnungen Tinariwen zur besten afrikanischen Band. In den vergangenen acht Jahren hat die Band ihren Aufstieg mit über 700 Konzerten allein in Europa vorangetrieben. 2006 spielten sie mit Carlos Santana auf dem Montreux Festival und 2007 in Dublin als Support für die Rolling Stones.
Montag, 2.11. 20.00h Veranstaltungsort: Arena Kartenpreis: Euro 25 / 22 / 19,-


KIRAN AHLUWALIA/INDIEN-KANADA Ghazals: Songs of Love from India, Pakistan & Canada
Kiran Ahluwalia wurde in Indien geboren, wuchs in Kanada auf und lebt nun in New York City. Mit ihren Kompositionen und Arrangements trug sie zur Neuinterpretation des Ghazals wesentlich bei und stellte das Genre in einen modernen und globalen Zusammenhang. Ghazals sind eine Form persischer Lyrik aus dem 13. Jahrhundert, die später ins Türkische, Kurdische, sowie ins Paschtu und Urdu übernommen wurde. In ihren Kompositionen verbindet sie virtuos Klangwelten und Stile unterschiedlicher Kulturen: z.B. die portugiesische Fado-Gitarre mit Perkussionsinstrumenten der Sub-Sahara, keltische Geigen mit pakistanischen Gawwali-Gesängen oder dem Rhubab aus Afghanistan. Alle vier bisher erschienenen Alben waren für den JUNO Award, die höchste musikalische Ehrung Kanadas, nominiert. Der CD Beyond Boundaries wurde mit dem JUNO Award ausgezeichnet.
Mittwoch, 4.11. 20.00h Veranstaltungsort: Sargfabrik Kartenpreis: Euro 25,-

Weitere Informationen: http://www.salam-orient.at/    Bilder: Salam.Orient und Tinariwen